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Vernehmung



EINLEITUNG
 
Ein Phänomen von höherentwickelten Tieren ist die Neugierde. Beim 
Menschen entstand mit dem aufkommen der Sprache auch die Frage. Fragen 
sind im Alltag so selbstverständlich, daß sie kaum systematisiert 
werden. Eine Ausnahme bilden Experten, die von Informationen abhängig 
sind, so Polizisten, Richter oder Staatsanwälten. 

Inhalt dieses Kapitels ist die Befragung von Personen (hier Quellen 
genannt). Der englische Fachbegriff dafür ist "HUMINT". Wichtig in 
diesem Zusammenhang ist, ob die aktuelle Rechtslage es erlaubt, 
Kontrolle über die Quelle zu erlangen. Auf diese Rechtslagen selbst 
wird hier nicht eingegangen. Auch die Weiterverabeitung der 
Informationen ("Analyse") wird hier nicht behandelt. Weiterhin wird 
nicht erwähnt, von welcher Art die Befrager sind. Jeder kann Befrager 
sein, in wessen Dienst er auch immer stehen mag. 

Jeder Mensch hat mindestens eine Technik, andere zu befragen. Dies 
erfolgt aber meistens nicht systematisch, weiterhin mangelt es an 
Objektivität. Beides wird in diesem Kapitel behandelt. 

Schlüsselbegriffe dieses Kapitels sind "Kontrolle", "Befragung" und 
"Quelle". Kontrolle ist dann gegeben, wenn der Befrager die Zeit des 
Aufenthalt erzwingen kann. Mit Kontrolle ist gemeint, daß die 
Umweltbedingung der Quelle (z.B. Kontaktmöglichkeiten nach Außen) vom 
Befrager abhängen. Diese Macht des Befragers hängt von der aktuell 
rechtlichen Lage ab. Der Begriff der Befragung ist ein Oberbegriff. 
Eine Befragung kann freiwillig und ohne Wiederstand erfolgen, man 
spricht dann von einem Interview. Die Befragung kann unter Kontrolle 
erfolgen. Dann spricht man von einem Verhör. Quelle im weitensten Sinn 
ist jedes Objekt (kann auch ein Mensch sein), das Informationen 
liefert. Grundsätzlich wird zwischen menschlichen und technischen 
Quellen (z.b. Überwachung eines Telephons) unterschieden. In diesem 
Kapitel geht es nur um menschliche Quellen.

Der Autor will nun dem Befrager Methoden in die Hand geben, um noch 
erfolgreicher arbeiten zu können. 

 
DIE QUELLE UND DER BEFRAGER 

VERHÄLTNIS VON BEFRAGER UND QUELLE

Beide haben jeweils verschiedene Absichten und Motive. Der Befrager 
will bestimmte Informationen erhalten. Die Quelle jedoch will sich in 
ein gutes Licht stellen, und ein anerkanntes Mitglied der Menschheit 
sein. Er fragt sich, was nun mit ihm passieren wird. Aus diesem 
Unterschied heraus kann es dazu kommen (wenn es schief läuft), daß 
Befrager und Quelle gegeneinander arbeiten. Wenn eine Beziehung 
(Vertrauungsverhältnis) hergestellt wurde, die auf Fairness und 
Objektivität gründet, wird das Bedürfniss zur Aussage leichter 
entwickelt. Grundsätzlich sollte der Befrager nichts persönlich nehmen. 
Er soll ein objektiver Beobachter sein.  Jeder Mensch (sogar Kinder) 
hat es im Gefühl, ob die Gefühle des Gegenübers echt oder in der 
Absicht der Täuschung gezeigt werden. Nur echte Gefühle überzeugen. 


ANNÄHERUNG AN DIE QUELLE

Kontrolle zu erreichen ist leicht, wenn es die Rahmenbedingungen 
zulassen. Schwieriger wird dies, wenn dies nicht zutrifft. Eine Quelle, 
die Widerstand zeigt, muss dann mit psychologischen Techniken zur Rede 
gebracht werden. So kann gedroht werden, daß eine Aussageverweigerung 
später vor Gericht Nachteile mit sich bringt. Der beste Weg jedoch ist 
das Vorhandensein einer guten persönlichen Beziehung. Kontrolle ist 
dann nicht mehr nötig, die Quelle gibt dann Informationen preis, die 
sonst verschwiegen worden wären. 

PREISGABE VON INFORMATIONEN DURCH DEN BEFRAGER

In Fällen, in denen Informationen einen Wert besitzen, der durch 
Geheimhaltung geschützt werden kann, müssen Befragungen so durchgeführt 
werden, daß die Quelle nicht auf den Hintergrund der Fragen schließen 
kann.In diesem Zusammenhang ist es nützlich, am Schluß der Befragung 
ein Thema anzuschneiden, das keinen Bezug zu sensitiven Informationen 
hat. Die Quelle wird sich dann hauptsächlich an das Ende der Befragung 
erinnern. 


DER BEFRAGER

Der Befrager sollte psychologisches Einfühlungsvermögen besitzen, um 
Motive und Charakter seiner Klientel zu verstehen. Er muß ein 
Vertrauensverhältnis aufbauen können. 


PSYCHOLOGISCHE  TRICKS

Psychologische Tricks sollten dann angewandt werden, wenn mit einem 
hohen Widerstand zu rechnen ist.


EMOTIONEN DES BEFRAGERS

Wird der Befrager nun von seinen Emotionen beherrscht, so sollte er 
abgelößt werden. Dies ist notwendig, um die Objektivität gegenüber der 
Quelle aufrechtzuerhalten. 


VERHÖRRAUM

Der Raum soll spartanisch sein. Er soll keine Fenster besitzen. Ein 
doppelter Spiegel ist hilfreich, damit andere Mitarbeiter dem Verhör 
folgen können. Zur Rekapitulation soll ein verstecktes Mikrophon, 
angeschlossen an einen Rekorder, dienen. Auch soll kein Telephon 
verhanden sein. Dies hat zwei Gründe: Einerseits soll das Verhör nicht 
unterbrochen werden, andererseits soll die Isolierung des Subjekts 
verstärkt werden. Mit dem Beginn einer Kooperation zwischen Quelle und 
Befrager kann dann ein gemütlicherer Raum gewählt werden. 


VORTEILE DES BEFRAGER GEGENÜBER DER QUELLE

1.) Quelle befindet sich in einer Ausnahmesituation. Für den Befrager 
ist es Routine.
2.) Personen, zu denen die Quelle ein Vertrauen hat, sind nicht da.
3.) Ändert sich die Lage, kann der Befrager jederzeit mit neuen 
Instruktionen ausgestattet werden.
4.) Im Allgemeinen kennen die Quellen ihre Rechte nicht. Dies wird von 
den Befragern genutzt. 
5.) Zu anfangs ist die Quelle aufgeregt und nervöse. Dies wird durch 
den Befrager genutzt.
6.) Der Quelle ist unbekannt, wann die Befragungen beendet sind. Der 
Befrager hat eine klare Vorstellung davon.


QUELLENEINSCHÄTZUNG

STUFEN DER KOOPERATION DER QUELLE

Freunliche und kooperative Quellen können ohne größere Umstände befragt 
werden. Kontrolle und psychologische Tricks entfallen, da unnötig. 
Diese Art von Quelle bringt Informationen ein, auf die der Befrager 
selbst nicht gekommen wäre. Neutrale und unparteiische Quellen können 
durch freunliches und geschäftsmäßiges Verhalten zu freundlichen und 
kooprativen Quellen gemacht werden. Feindliche Quellen müssen 
psychologisch bearbeitet werden, d.h. durch Kontrolle und 
psychologische Tricks. 

POTENTIAL DER QUELLE

Die Quellen können in drei Kategorien eingeteilt werden.
1.) Quelle besitzt wertvolle Informationen
2.) Quelle kann bestehende Informationen bestätigen
3.) Quelle besitzt keine verwertbaren Informationen

Je nach Kategorie wird der Einsatz von Mitteln und Personal festgelegt. 



SCHULDGEFÜHL

Ein wichtiger Schwachpunkt der Quelle ist die Schuld. Die 
psychologische Freiheit, Sprache einzusetzen ist beschnitten. Die 
Quelle fühlt sich in der Defensive. Sie besitzt kein Rollenmodell, auf 
das sie zurückgreifen könnte. 

Folgende Reaktionen tauchen dann auf:
-Verteidigung
-Selbstgerechtigkeit
-Gegenbeschuldigung
-Feindseligkeit
-übertriebende Reaktion
-emotionales Schauspiel
-Selbsthaß
Um aus dieser Situation entfliehen zu können, bietet sich ein 
Geständnis gerade zu an. 


GRÜNDE FÜR EINE WIDERSTANDSHALTUNG
Die Gründe für eine Widerstandshaltung sind vielfältig. Möglichkeiten 
sind:

-Charakter der Quelle
-ideologische Gründe
-eine Offenbahrung würde der Quelle schaden
-eine Abneigung gegen Authoritäten (frühe Konditionierung)
-eine persönliche Abneigung gegen den Befrager
-Vermeidung des Verrats von Freunden und Kammeraden


ANZEICHEN FÜR EMOTIONEN (PSYCHISCHE ANZEICHEN)

Wer das Gefühl der Quelle manipulieren will, muß vorher die Gefühlslage 
der Quelle kennen. Hier folgen einige Beispiele von Indizien:

-schlägt die Quelle ihre Beine übereinander, wird die Blutzirkultion 
gestoppt. Der dadurch entstehende Druck läßt das Bein pendeln. Die 
Frequenz des Pendelns entspicht dann der Herzfrequenz. So ist eine 
steigende Frequenz des Herzschlags sichtbar
-legt jemand seine Ellenbogen an, zeigt sich so eine Schutzfunktion. 
Diese Funktion resultiert aus Streß und Anspannung 
-sind Menschen zappelig, deutet dies auf Nervösität hin
-eine stärkere Herzschlagfrequenz ist an Kehle und Puls erkennbar. Sie 
deutet auf Streß und Anspannung hin 
-wird ein Taschentuch geknetet oder die Hände aneinandergepreßt, deutet 
dies auf nervöse Anspannung hin
-ein Hinweis auf Nervösität ist ein trockener Mund. 
-liegt ein Vernehmer mit seiner Frage nahe an der Wahrheit, kann man 
bei der Quelle oft ein bleiches Gesicht wahrnehmen, das auf Angst 
hindeutet
-Angst und auch Schock können kalten Schweiß entstehen lassen
-ein rotes Gesicht weist auf Wut und/oder Scham hin.

Diese Gefühle können dann verstärkt oder abgeschwächt werden. Möglich 
ist auch, die Gefühle umzuwandeln. So z.B. kann die Liebe zu den 
Kammeraden in Haß auf den Staat umgewandelt werden. So kann der 
Befrager behaupten, der "Staat kümmert sich nicht um seine Bürger". So 
wird die Liebe in Haß auf den Staat gewandelt. 



SCREENING

Screening ist ein dem eigentlichen Interview oder Verhör vorgelagerte 
Vernehmung. Ziel soll sein:
-Beschaffung von Hintergrundinformationen , wie z.B. biographische 
Angaben. 
-Feststellung der Stärken und Schwächen
-herauszubekommen, an welchen Stellen der Befragung Wiederstand 
auftaucht
-die Feststellung, ob die Quelle überhaupt wertvolle Informationen 
besitzt.

Screening ist, im Unterschied zur eigentlichen Vernehmung zur Sache, 
leichter, da nur ein Interesse an der Quelle als Person (subjektiver 
Aspekt) besteht. 

Um die Beziehung zu vertiefen, können harmlose Kommentare (z.B.: "Ja, 
das kann uns leider allen passieren") angebracht sein. Es gilt, etwas 
gegen die Angst der Quelle zu unternehmen, da sie zerstörerisch ist. 

Wichtig ist die Feststellung von Stärken und Schwächen der Quelle. 
Diese ist Grundlage jeglicher Planung der Vernehmung. 

Ist die Quelle von Anfang an kooperativ und zeigt keine Widerstände, 
kann die Phase des Screenings verkürzt werden.


PLANUNG

Für einen selbst sind folgende Punkte vorurteilsfrei festzustellen
-welche Informationen werden benötigt
-wie können die Informationen am besten beschafft werden. 
-wie wichtig sind die Informationen
-besitzt die Quelle diese Informationen

Auch der Widerstand muß für den Plan eingeschätzt werden.
Es gilt festzustellen
-Erwartung der Art und Stärke des Widerstandes
-schädigt sich die Quelle durch eine Aussage
-gibt es andere Quellen, über die die Informationen leichter zu 
erlangen sind
-welche Techniken gibt es, um den Widerstand zu brechen.


Der Plan baut auf dem Suchen und Verstehen der Stärken und Schwächen 
der Quelle auf. Es gilt nun den Widerstand in Kooperation zu wandeln. 
Zur Planung hilft eine psychologische Einschätzung der Quelle. Hierzu 
ist es nötig, folgende Punkte zu beachten:
-physischer und psychischer Zustand der Quelle
-Feststellen,zu welcher emotionalen Kategorie die Quelle gehört.
Ist die Quelle ängstlich, anmaßend, arrogant, schreiend, verärgert oder 
verletzt. Inwieweit können diese Informationen der Befragung dienlich 
sein?
-Hintergrund der Quelle: Alter und Erfahrung in den Gebieten, die 
interessant sind.
-Einstellung und Verhalten der Quelle
-Schwächen und Stärken
-bestehende Abnormalitäten
-bestehender Kooperatioinswille
-Preisgabe der gewünschten Informationen kann eine Bedrohung der Quelle 
darstellen
-welche Handlungen reduzieren die Widerstandsfähigkeit?


AUFKLÄRUNGSFORDERUNGEN

Vor der Befragung soll klargestellt werden, welche Fragen offen sind 
und beantwortet werden sollen. 
Es wird nach den sechs W`s gefragt: Wie Warum Wo Wann Was Wer. 


AUSFÜHRUNG DER HAUPTBEFRAGUNG

Grundsätzlich soll die Quelle frei und ohne Unterbrechung durch den 
Befrager sprechen können. So können Aspekte auftauchen, die so vorher 
nicht bekannt waren. 

Wichtig ist, eine Beziehung zu der Quelle herzustellen. Eine gute 
Beziehung beendet eine möglicherweise vorhandene Widerstandshaltung. 
Auch hält dann die Quelle keine Informationen zurück. 

Erfolgreich ist ein Befrager, wenn er eine geschäftsmäßige und 
freundliche Haltung einnimmt.

Der Quelle soll das Gefühl gegeben werden, interessant zu sein. Dies 
gilt für den ganzen Zeitraum der Befragung. 

Notiert werden sollten Punkte, auf die später zurückgegriffen werden 
soll. 

Der Befrager soll keine pauschale Negativantwort provozieren. Ein 
schlechtes Beispiel ist:" Kennen Sie den Herrn Offizier XY?". 
Höchstwahrscheinlich erhält man die Antwort "nein". Besser ist: 
"Welchen Rang hat der Herr Offizier XY?". Diese Frage kann weder mit 
"Ja" noch mit "Nein" beantwortet werden. 


ENTDECKTE LÜGEN

Werden Lügen entdeckt, soll man nicht reflexartig korrigieren, sondern 
der Quelle einen Spielraum geben, die ihr selbst die Möglichkeit gibt, 
sich zu korrigieren.


BIOGRAPHIE

Die Biographie bietet gute Ausgangspunkte für tiefergehende Fragen. 
Also sollte während der Befragung immer mal wieder genauer und 
tiefergehender nach der Biographie gefragt werden. 


WIEDERSPRÜCHE

Tauchen Lücken oder Widersprüche auf, sollen diese durch nachhaken 
geklärt werden. 


ART VON FRAGEN

Nicht zu stellen sind:
-Fragen, die nur mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden können 
-dem zu Vernehmenden darf keine Liste von Fragen ausgehändigt werden 
-der zu Vernehmende darf nicht die Kontrolle darüber erhalten, welche 
Informationen dem Vernehmer in der Vernehmung über dem Tisch gereicht 
werden.
-der Hintergrund der Fragen (z.B. Wissen des Vernehmers) darf nicht 
offenbart werden. 

Stellt man die Fragen falsch, kann das mehr schaden als nützen. 

VORSCHLAG EINES HANDELS

Sehr hilfreich kann ein Handel mit der Quelle sein. Das Angebot muß 
aber auch ausführbar sein. 
Beispiele für ein solches Angebot sind
-Vorschäge für einen Schutz der Quelle
-Wohnortwechsel in ein drittes Land
-Vergabe einer neuen Identität

Der Vorschlag eines Handels ist in Kombination mit einer Drohung 
besonders wirksam.


PERSPEKTIVE DER QUELLE

Die Quelle hat eine andere Perspektive als der Befrager. Diese 
Perspektive auszunutzen, bietet sich geradezu an. So kann man der 
Quelle bestimmte Vorteile anbieten. 

In diesen Komplex der Perspektiven der Quelle stellen sich folgende 
Fragen:

-welche Vorteile werden von dem Befrager vorgeschlagen
-welche Folgen hat es, wenn sie nicht kooperiert 
-welchen Schutz gibt es vor der Rache ihrer Kammeraden


TYPEN VON FRAGEN

1.) Folgefragen
Oft bezieht sich eine Frage auf eine vorhergehende Antwort der Quelle. 
Die erste Frage eines Themenkomplexes ist eine grundlegende. Auf die 
Antworten folgen spezifische Fragen, basierend auf den Antworten, um 
eine Themengebiet vollständig abzuklären. 

2.) Fragen, die nicht zur Sache gehören
Solche Fragen können dazu dienen, den eigentlichen Zweck der Befragung 
zu verbergen. Auch können sie dazu dienen, die Beziehung zu der Quelle 
zu verbessern. Schließlich erschweren solche Fragen die geistige 
Konzentration der Quelle. Dieses Vorgehen ist geeignet, Lügen zu 
erschweren. 

3.) Fragen, die wiederholt werden
Gut geeignet sind diese, um die Konsistenz früherer Antworten zu 
überprüfen. Auch fördern sie genauere Angaben zu wichtigen Details. 
Schließlich können sie den Versuch darstellen, Fragen, die vorher nicht 
beantwortet wurden, jetzt beantwortet zu bekommen. 

4.) Kontrollfragen
Kontrollfragen beziehen sich auf Inhalte, die dem Vernehmer als wahr 
bekannt sind. Sie dienen dazu, die Wahrheitsliebe der Quelle zu testen. 
Sie werden mit anderen Fragetypen vermengt.

5.) vorbereitete Fragen
Handelt es sich um komplexe Gegenstände, bei denen der Wortlaut der 
Frage von Bedeutung ist (z.B. technische Angaben), kann man 
vorbereitete Fragen stellen. 


TYPEN VON FRAGEN, DIE NICHT GESTELLT WERDEN SOLLEN

1.) Zusammengesetzte Fragen
Solche Fragen erwarten als Antwort zwei oder mehrere unterschiedliche 
Antworten. Diese Fragen erlauben es der Quelle, nur eine Teil der Frage 
zu beantworten oder eine unvollständige Angabe zu machen. Gleichzeitig 
können sie die Quelle verwirren.

2.) Negative Fragen
Negative Fragen enthalten die Wörter "nicht" oder "nein" oder 
"niemand". Sie verwirren die Quelle und führen zu mangelhaften 
Antworten.


TECHNIKEN UND TAKTIKEN DER VERNEHMUNG (OHNE ZWANG)

1.) Die direkte Ansprache

Bei Quellen mit geringem Rang, ohne vorherigem Training des Verhaltens 
in Verhören und ohne zu erwartendem Widerstand ist die direkte 
Ansprache schnell und einfach. Dabei wird am Anfang der Zweck der 
Vernehmung dargelegt. Auf Grund seiner Effektivität sollte dieses 
Verfahren zuerst ausprobiert werden. Kommt man damit nicht weiter, 
sollte man auf andere Methoden (siehe unten) zurückgreifen.

2.) Quellenwechsel

Stehen andere Quellen mit gleichem Wissen und höherer 
Kooperationsbereitschaft zu Verfügung, werden die anderen für eine 
Vernehmung ausgewählt.

3.) Niemand mag dich

Der Quelle wird suggeriert, daß andere Quellen sich abfällig und 
feindlich über ihn ausgelassen haben. Dann wird eine Gegendarstellung 
gefordert.

4.) Wir wissen sowieso Alles

Diese Taktik wird verwandt, um die Treue zur Wahrheit, die Genauigkeit 
und die Ehre der Quelle festzustellen. Dabei wird darüber 
hinweggetäuscht, daß der Befrager nicht vollständig informiert ist. Es 
werden Fragen gestellt, deren richtige Antwort schon bekannt sind. Lügt 
die Quelle, kann dies sofort als Vorwurf dienen. Sollte diese Taktik 
versagen, ist es wichtig, die Taktik frühzeitig zu wechseln, um nicht 
zu offenbaren, wie gering das eigene Wissen ist. 

5.) Teile und Herrsche

Wenn ein Tatbestand durch zwei oder mehreren Quellen verursacht, ist es 
wichtig, dies getrennt zu vernehmen. Der Quelle Nr.1 soll nun 
vermittelt werden, daß die Quelle Nr.2 schon ein vollständiges 
Geständnis abgelegt hat. Verschärft kann die Taktik werden, indem 
behauptet wird, daß Nr.2 sich abfällig und negativ zu Nr.1 verhalten 
hat. Nr. 1 wird nun aufgefordert, diese erfundenen Angaben zu 
berichtigen. 

6.) Guter Bulle, böser Bulle

Die Befrager weisen sich gegenseitig zwei Rollen zu. Befrager Nr.1 
spielt den rücksichtslosen, brutalen und bösartigen Befrager. Befrager 
Nr.2 spielt den freundlichen, zuvorkommmenden und sensiblen Befrager. 
Zuerst bearbeitet Nr.1 die Quelle. Wenn die Amositäten einen Höhepunkt 
erreicht haben, wird Nr. 2 den Fall übernehmen. Dieser stellt nun fest, 
daß die Nr.1 keine Menschenkenntnisse und Feingefühl besitzt. Er selbst 
bringt kleine Geschenke bei und droht gleichzeitig, daß bei fehlender 
Zusammenarbeit wieder Nr. 1 die Befragung Verhör beginnt. 

7.) Kammeraden schlecht machen

Der Befrager behauptet nun, daß die Kammeraden der Quelle ihn schlecht 
auf seine derzeitige Situation vorbereitet haben. Dies sei eine 
fehlende Führsorge. Er jedoch kümmere sich um seine Leute und sei um 
das Wohlwollen der Quelle besorgt. 

8.) Frustration durch nicht zu beantworteten Fragen

Die Quelle wird systematisch nach Dingen gefragt, die sie nicht wissen 
kann. Dies wird so lange fortgesetzt, bis eine Frustration zu spüren 
ist. Dann folgen Fragen, die beantwortet werden können. Dies führt zu 
einer Erleichterung, die den Redefluß fördert.

9.) Provozierte Sinnsuche, verursacht durch Unsinn

Die Befrager stellen am Anfang unsinnige und unlogische Fragen. Dabei 
sind sie scheinbar offen, freunlich und ehrlich. Wird dieses Verfahren 
über Wochen fortgesetzt, beginnt in der Quelle eine Sinnsuche. So wird 
dann jede Frage beantwortet.

10.) Zu schnelle Fragenabfolge

Der Quelle werden am Anfang so viele Fragen kurz hintereinander 
gestellt, so daß sie unmöglich zu beantworten sind. Folge davon ist, 
daß in der Quelle Wiedersprüche entstehen, die nun zu ehrlichen 
Erklärungen führen. Gleichzeitig wird die Quelle provoziert, bisher 
unbekannte Informationen preiszugeben.

11.) Belohnung als Anreiz für eine Aussage

Kooperativen Quellen können für ihr tun belohnt werden. Diese Belohnung 
hängt von den Bedürfnissen der Quelle ab. Unkooperativen Quellen können 
im Gegensatz Privilegien entzogen werden. Anreize müssen logisch und 
möglich sein. Man unterscheidet zwischen sofortiger Befriedigung und 
langfristiger Befriedigung. 

12.) Haß und Liebe

Rationalen Gründen für den Widerstand können Emotionen entgegengehalten 
werden. Die Liebe zu oder Angst vor einer bestimmten Person kann in Haß 
auf eine andere gewandelt werden. 
Die Ratio der Quelle kann manipuliert werden, indem Gefühle gegen sie 
gewandt werden. Angst kann, je nach Bedarf, verstärkt oder vermindert 
werden. Je nach Ausgangslage können beide Manipulationen jeweils die 
Quelle dazu bringen, eine umfassende und korekte Aussage zu machen. Zu 
große Angst kann eine normale Kommunikation mit der Quelle verhindern. 
Zu geringe Angst kann zu bewußt falschen Aussagen führen. 

Ansatz der Liebe
Um das Konzept der Liebe zu verwirklichen, kann der Befrager auf der 
Angst aufbauen, die durch die Inhaftierung entstanden ist. Er kann dann 
der Quelle Privilegien geben, was zu umfangreichen Aussagen führt. 

Ansatz des Haßes
Hat die Quelle ein Rachegefühl, kann dieses benutzt werden. Die Ratio 
wird dann von den Haß-Gefühlen überschrieben. Gleiches gilt für einen 
Haß auf das eigene Land, speziellen Vorgesetzten und Kammeraden. Oft 
tritt dieses Phänomen bei rassischen Minderheiten auf. Gleiches gilt 
für religiöse Minderheiten.  

13.) Ansatz der zunehmenden Angst

Raue Methode
Die Angst der Quelle wird z.B. durch lautes Schreihen und/oder werfen 
von Gegenständen im Vernehmungsraum verstärkt. Der Quelle wird 
nahegebracht, daß eine Aussage die einzige Option ist. 

Milde Methode
Hat die Quelle allen Grund (z.B. wegen eines Kriegsverbrechen) Angst zu 
haben, kann man dies zu einer Erpessung nutzen. Die Angst der Quelle 
steigt.  

14.) Ansatz der abnehmenden Angst

Passend ist dieser Ansatz für Quellen, die schon vorher mit starken 
Ängsten versehen waren. Diese Ängste können aus der Gefangennahme 
resultieren, aber auch schon vorher bestanden haben. Es gilt nun, die 
Quelle zu beruhigen und ihr beizubringen, daß sie hier menschlich 
behandelt wird. Zusätzlich kann bei Kriegsgefangenen die Aussage 
passend sein, daß für die Quelle der Krieg glücklicherweise zuende ist. 
Wichtig ist hierbei, daß der Blickwinkel der Quelle berücksichtigt 
wird. Dies geschieht durch nicht zur Sache gehörenden Fragen. 

15.) Ansatz Stolz und Person

Um aus einer Quelle sachdienliche Informationen zu bekommen, kann der 
Quelle geschmeichelt werden oder sie auf der anderen Seite mißhandelt 
werden. Der Ansatz ist dann besonders erfolgreich, wenn die Quelle 
schwach ist oder Minderwertigkeitsgefühle hat. Problematisch ist, daß 
die Quelle ausgetrickst werden soll, und die Quelle, falls sie dies 
bemerkt, für weitere Kooperation nicht zugänglich sein kann.Sollte nun 
dieser Fall eintreten, kann daraufhin der Befrager die Angst der Quelle 
erhöhen und die Quelle darauf hinweisen, daß es keinen Sinn hat, 
Widerstand zu zeigen, da die Quelle sich ja schon anvertraut hat. Der 
Befrager kann nun darauf hinweisen, daß er ja schon Aussagen gemacht 
hat, und eine Mitteilung an seine Leute ihm großen Schaden zufügen 
würde. 

Aufbau von Stolz und Person
Dieser Ansatz ist besonders erfolgreich, wenn die Quelle einen geringen 
Intelligenzgrad hat. Dies gilt zusätzlich, falls die Quelle einen 
geringen militärischen Rang hat. Der Quelle wird durchgehend 
geschmeichelt, so daß der Eindruck entsteht, daß die Quelle Kapital 
angehäuft habe. 

Abbau von Stolz und Person
Hier wird das Selbstverständnis eines persönlichen Eigenwertes der 
Quelle angegriffen. Dies ist besonders wirksam, wenn die Quelle sich 
vorher schon für schwach und minderwertig hält. 
Angegriffen wird:
-eine schlampige Erscheinung
-Führungsqualitäten
-Fähigkeiten
-Intelligenz
-Loyalität
-technische Kompetenz
Die Quelle wird nun defensiv werden und versuchen, darzulegen, daß der 
Befrager falsch liegt. Nun wird die Quelle, ihren Stolz verteidigend, 
unfreiwilligerweise sachliche Informationen zusätzlich preisgeben. 
Wichtig ist, daß dieser Ansatz bei Mißerfolg zur Einbahnstaße wird, 
d.h. ein Übergang zu einem anderen Ansatz ist sehr schwierig. 
  
16.) Ansatz der Sinnlosigkeit
Hier soll die Quelle von der Sinnlosigkeit eines Widerstandes überzeugt 
werden. Dieser Ansatz ist dann besonders erfolgreich, wenn in der 
Quelle schon Zweifel bestehen. 
Folgende Punkte werden als sinnlos deklariert:
-Verweigerung der Aussage, da ja alle Missionsziele schon längst 
Geschichte sind
-Verweigerung der Aussage, da ja jeder nach einer gewissen Zeit der 
Bearbeitung durch den Vernehmer alles aussagt
-Verweigerung der Aussage, da die Verhörsituation solange weitergeführt 
wird, bis eine Aussage gemacht wurde
-Verweigerung der Aussage, da andere Quellen schon längst ihre Aussagen 
gemacht haben.


DER POLYGRAPH

Ein Synonym für den Polygraphen ist der"Lügendetektor". Mit diesem kann 
der Wahrheitsgehalt von Aussagen überprüft werden. Zwar ist der Einsatz 
und die Funktion des Lügendetektors umstritten, aber wenn die Quelle an 
die Wirksamkeit des Lügendetektors gaubt, können damit respektable 
Ergebnisse erziehlt werden. 

Dabei ist es wichtig, daß die Person, die den Lügendetektor bedient, 
alle Hintergrundinformationen zur Quelle erhält. Der Befrager selbst 
soll die Grundlagen einer Prüfung mit dem Lügendetektor wissen und 
verstehen. 

Gemessen werden Atmung, galvanischer Hautreflex und der systolische 
Blutdruck. Lügt der Betroffene, so wird seine Atmung flacher und 
langsamer. Der systolische Blutdruck steigt bei einer Lüge an. Der 
galvanische Hautreflex steigt bei einer Lüge. Allerdings nimmt der 
Hautreflex sehr langsam die Ausgangsposition ein. 


BEKEHRUNG DER QUELLE

Oft macht es Sinn, bei der Quelle einen Wertewandel zu erzeugen, um sie 
in die eigene Organisation zu integrieren, d.h. in weiter mit neuer 
Überzeugung zu verwenden.
Dazu sei angemerkt: Eine Bekehrung schützt zusätzlich vor Ärger, der 
durch eine mögliche Forderung nach Geld entstehen könnte und Schaden, 
der durch Rachegefühle motiviert, entstehen könnte. Dabei ist eine 
Verpflichtungserklärung (Schweigepflicht) sinnvoll.


ANALYSE

Wissen läßt sich in drei Kategorien unterteilen: 
-Annahmen
-indirekt erhalten
-unmittelbar erfahren
Annahmen und indirekt erhaltene Informationen beinhalten immer die 
Gefahr, nicht zuzutreffen. Wirklich verlässlich sind nur unmittelbar 
erfahrene Fakten. 


BEENDIGUNG
Jeder Sachverhalt hat auch mal ein Ende. Es bieten sich drei 
Möglichkeiten an:
1.) der Befrager gibt sich geschlagen
2.) andere Arbeit (z.B. Quellenbefragung) ist wichtiger
3.) die Aufklärungsforderungen sind erfüllt. 

VERNEHMUNG UNTER ZWANG

INTERVIEW UND VERHÖR

Grundsätzlich kann man zwischen Interview und Verhör unterscheiden. Das 
Interview verläuft ohne Zwang und mit einem freiwillig zu 
Interviewenden, der Keinen Wiederstand zeigt. Im Verhör jedoch wird die 
Umwelt der Quelle kontrolliert, um die wiederstrebende Quelle zu einer 
Aussage zu bewegen. Eine solche Kontrolle kann eine Gefängniszelle 
sein, auch verschärft durch Einzelhaft. Es gibt eine Vielzahl von 
Kontrollmöglichkeiten, wie sich weiter unten im Text zeigen wird. 


RECHTSLAGE

Da die mögliche Dauer einer Befragung entscheidend ist, macht es einen 
großen Unterschied, ob die betreffende Person (mit rechtlichen Mitteln 
als Grundlage) festgehalten werden darf oder nicht. Ist dies der Fall, 
sollte sich der Befrager so viel Zeit lassen wie nötig. Kann die Person 
für längere Zeit festgehalten werden, steht die Zeit auf der Seite des 
Befragers.


VERHÖR

Ein Verhör findet dann statt, wenn eine kontrollierte Umgebung (d.h. 
Zwang) gegeben ist, und die Quelle  Gründe hat, Informationen 
zurückzuhalten und deshalb nicht kooperiert. Es gilt: Wer die Umgebung 
kontrolliert, kontrolliert den geistigen Standpunkt der Quelle. Die 
Kontrolle hat ihre Einschränkungen in der Gesetzeslage des gegebenen 
Landes bzw. Nation. 


WIDERSTAND BRECHEN IM VERHÖR

Grundsätzlich soll die Quelle von seiner vorherigen Welt abgeschitten 
werden. Die bisherige Ordnung der Welt soll zerstört werden. Dies 
bezieht sich auf Zeit und Raum. Das Verhör soll zu unregelmäßigen 
Zeiten stattfinden, um die Quelle, die ja ein Zeitgefühl (biologische 
Uhr)  besitzt, orientierungslos zu machen. Einzelhaft verstärkt diese 
Desorientierung. Folge ist, daß der Vernehmer in die Rolle der 
allmächtigen Eltern schlüpfen kann. Als Folge all dieser Techniken 
erscheint ein freundlicher Verhörer als Ausweg aus der Misere. Es kann 
mit Zigaretten, gutem Kaffee und einer freundlicheren Umgebung 
nachgeholfen werden. Eine Aussage wird so leichter erreicht.  


DIE VORTEILE DES BEFRAGERS IN DER SITUATION DES VERHÖRS

Der Befrager ist gegenüber der Quelle klar im Vorteil:

-das Schicksal der Quelle wird bestimmt
-die Gefühlslage der Quelle wird bestimmt
-die Umwelt der Quelle wird bestimmt
-der Verhörer weiß mehr über die Quelle als andersherum
Die Quelle befindet sich also in einem Ausnahmezustand. Jetzt kann der 
Befrager in die Rolle der Eltern schlüpfen. Dies verstärkt die 
Autorität über die Quelle erheblich. 

FOLTER

Ausübung von Folter ist kontraproduktiv. Es führt häufig zu falschen 
Geständnissen, die nur deshalb gemacht werden, um dem Schmerz zu 
entgehen. Der Phantasie von Aussagen sind hier keine Grenzen gesetzt. 


TECHNIKEN UND TAKTIKEN (MIT GEWALTANWENDUNG UND ZWANG)

Ziel von Zwang ist, eine Regression bei der Quelle zu verursachen. 
Regression heißt, daß sich das Niveau auf frühere Stufen der Biographie 
reduziert. Im Extremfall rutscht die Quelle in eine kindliche Phase. 
Dazu gesellt sich ein Verlust der Autonomie. Komplexe Situationen und 
Bindungen überfordern dann die Quelle. Es ist jedoch wahrscheinlich, 
daß die Quelle verstärkt Wiederstand entwickelt.  


ERSCHÖPFUNG ALS ZIEL

Erschöpfung wird ausgelößt durch
-Reduktion von Schlaf und Essen
-Feuchtigkeit
-große Kälte und große Hitze
-langfristige Anforderungen körperlicher Art
-Isolation durch Einsperren

Nachteil von starker Erschöpfung ist eine sich ausbreitende Apathie, 
die sinnvolles Arbeiten verhindert.


ABHÄNGIGKEIT ALS ZIEL

Die Quelle verliert ihre Selbständigkeit. Sie ist dem Befrager 
ausgeliefert.


ANGST UND FURCHT ALS ZIEL

Die im Laufe des Verhörs entstehende Angst, beflügelt durch die 
Ungewissheit des Schicksals, fördert die Regression. (Folgen der 
Regression: siehe weiter oben)


NACHTEILE VON GEWALT UND ZWANG

Folgen von extremer Gewalt (Folter) sind der Verlust von 
Erinnerungsvermögen und der Fähigkeit, Informationen zu vermitteln. Sie 
sind also kontraprodukiv. 


FESTNAHME UND ARREST

Der Arrest soll überraschend und möglichst unangenehm sein. Vorteilhaft 
ist es, die Verhaftung in den frühen Morgenstunden durchzuführen. Die 
Quelle ist dann im schwächsten Zustand, verglichen mit anderen Zeiten 
des Tages. 

Eine Festnahme trennt die Quelle von ihrer gewohnten Umgebung. 
Natürliche Bindungen werden auf die Kontakte zu den Verhörenden 
reduziert. Als Folge der abgebrochenen Kontinuität verliert die Quelle 
an Identität. 
Die Identität speist sich aus
-der Verbindung zu anderen
-Gewohnheiten
-persönliche Erscheinung
-den Handlungen des Individuums
-der akzeptierten Umgebung
Wird die Quelle nun von diesen identitätsstiftenden Phänomenen 
getrennt, wir die Quelle auf sich selbst zurückgeworfen und lebt dann 
nur noch von inneren ungeschützten Kapazitäten. Ziel dieser Verfahren 
ist es nun, eine Verhaltensweise durch eine andere zu ersetzen. Dabei 
darf nicht übertrieben werden, denn sonst stellt sich eine 
unbrauchbare, kontraproduktive Apathie ein. 

Grundsätzlich fördert eine frühere Bekanntschaft mit Festnahme und 
Verhör die Widerstandsfähigkeit der Quelle. Es ist also wichtig, 
herauszufinden, ob solche Ereignisse von der Quelle schon mal 
durchlaufen wurden. 


ISOLATION VON ÄUSSEREN REIZEN

Unter sehr hohen Druck werden Leute gesetzt, die von allen äußeren 
Reizen getrennt sind. Ein Beipiel dafür ist die Verwendung eines 
Wasserbeckens mit immer gleicher Temperatur (ca. 34 Grad Celsius). 
Dorthinein wird der zu Verhörende, mit einem Taucheranzug und Atemmaske 
ausgestattet, getaucht. So ist der zu Verhörende von allen äußeren 
Reizen getrennt, auch die Wassertemperatur kann nicht gefühlt werden. 
Die Dunkelheit tut ihr übriges. 

Folge einer längeren solchen Abschottung
-Aufmerksamkeit richtet sich nach innen
-es entsteht ein Aberglaube
-Gegenstände werden lebendig
-eine starke Liebe auch zu allen eigentlich fremden Personen entsteht
-Halluzinationen
-Wahn

Diese Situation der Quelle kann nun in der Art genutzt werden, daß man 
mit der Quelle freundlich und wohlwollend umgeht. Ihre Dankbarkeit wird 
groß sein.


DROHUNG MIT SCHMERZEN UND FOLTER

Die Verursachung von Schmerzen ist weit weniger wirksam als die Drohung 
mit Schmerzen. Eine Mehrheit von Menschen unterschätzt die Fähigkeit, 
Schmerzen zu ertragen. Physische Drangsalierung erzeugt nun nur 
Feindlichkeit, Trotz und Widerstandswillen. 

Eine kalt ausgesprochene Drohung mit Schmerzen in Verbindung mit einer 
akzeptalen Begründung für eine wahre Aussage (z.B. "sie schaden doch 
niemandem")ist am wirkungsvollsten. 
Grund liegt darin, daß die Quelle nun klar erkennen kann, daß der 
Verhörer  mit seinem Latein am 
Eine verbale Drohung mit der Exekution ist nutzlos. Quellen wissen, daß 
sie tot niemandem nutzen und nehmen die Drohung als Bluff. 


WAHRHEITSSERUM

Es existiert keine Chemikalie, mit der man die Quelle zu einer wahren 
Aussage führt. Doch kann durch die Verabreichung eines Plazebos ein 
rationaler Grund für eine freie Aussage geschaffen werden. Die Quelle 
kann sich nun einreden, daß sie keine Chance der Gegenwehr hat.


KATEGORIEN DER VERHÖRMETHODEN

Diese Hilfe zur Einordnen von Verhörmethoden wird vom US-amerikanischem 
Militär verwendet. Je höher die Kategorie, desto eher kann man von 
Folter sprechen. 


1.) Kategorie I
Der Quelle soll ein Stuhl zur Verfügung gestellt werden. Der 
Vernehmungsraum soll einen freundlichen und komfortablen Eindruck 
machen. Die Art der Befragung soll dem "direkten Ansatz" (siehe XY) 
sein. Belohnungen, z.B. Zigaretten und Süßwaren sollen zur Verfügung 
gestellt werden. Sollte die Quelle unkooperativ sein, sind folgende 
Maßnahmen erlaubt:
-der Befrager kann eine andere Staatsangehörigkeit vortäuschen. So ist 
es möglich, ein Land zu wählen, daß für seine harten Verhörmethoden 
bekannt ist. 
-Täuschung im Allgemeinen und im Speziellen. 
-Anbrüllen der Quelle

2.) Kategorie II
-die Quelle wird in einen Spannungszustand gehalten, so z.B. durch 
ständiges Stehen (mindestens vier Stunden)
-Verwendung von gefälschten Dokumenten (z.B. Geständnisse von Quellen 
im selben Zusammenhang)
-Isolationseinzelhaft für höchstens einen Monat. 
-die Quelle wird starkem Licht und sehr lauter Musik ausgesetzt
-Ausnutzung von spezifischen Ängsten (z.B. die Angst von Schlangen)
-Entfernung der Kopfbehaarung (besonders wirksam bei Moslems)
-Entzug aller Gegenstände, die Komfort darstellen (z.B. Bücher)
-Verhöre, die bis zu 20 Stunden andauern
-die Quelle wird mit einer Kaputze ausgestattet. Dies gilt insbesonders 
für die Verhörsituation
  
3.) Kategorie III
-Überzeugung der Quelle, daß Tot (XY) oder schwere Schmerzen drohen, 
sowohl der Quelle selbst, aber auch den Familienangehörigen
-Behandlung mit kaltem Wasser
-Auflegung eines Tuchs auf das Gesicht und tränken dieses Tuchs mit 
Wasser, so daß für die Quelle der Eindruck entsteht, sie würde 
ersticken
-Schütteln der Person und leichtes Stoßen
 

FOLTERARTIKE METHODEN

Die hier aufgezählten Methoden sind nur teilweise als Folter zu 
bezeichnen. Dann handelt es sich um sogenannte "weiße Folter", weil sie 
keine physischen Spuren hinterläßt. Dies muß für die Psyche nicht 
gleichermaßen gelten. 

1.) Körperhaltungen, die Streß auslösen
Dazu gehört erzwungens Stehen (i.A. für vier Stunden), unangehnemes 
Knieen oder Sitzen sowie das Aufhängen des Körpers mittels Fesselungen. 

2.) Schlagen
Dies Schlagen kann jeden Körperteil betreffen. Bevorzugt wird der 
Schlag auf den Bauch und den Unterleib ,um Aufmerksamkeit zu erzwingen

3.) ungewöhnliche Temperaturen
Hier wird entweder extreme Kälte oder extreme Hitze angewandt. 

4.) gewaltsames Schütteln
Dabei wird der Oberkörper von vorne nach hinten und umgekehrt bewegt. 
So gerät dann der Kopf ins Baumeln. In Israel wird eine 
Schüttelmaschine benutzt, die angeblich keine Folter darstellt. 

5.) sexuelle Demütigung
Dabei wird, in Abhängigkeit der kulturellen Herkunft, die Quelle in 
Scham, das Gefühl der Nutzlosigkeit und das Gefühl der Schuld versetzt. 
Beispiele einer solchen Folter ist das nackte Ausziehen, stecken von 
Gegenständen in den Anus u.a. Methoden. 

6.) Isolation und Entzug von Reizen
Dazu gehört die Unterbindung eines jeden Kontaktes mit anderen 
Gefangenen. Folge davon ist eine Abhängigkeit vom Befrager und eine 
ausgeprägte Hilflosigkeit

7.) Wassersperre (Waterboarding)
Hier wird die Quelle auf eine Bank gefesselt. Dann wird ein dichter 
Stoff auf das Gesicht gelegt und mit Wasser getränkt. Als Folge 
entsteht in der Quelle das Gefühl, ersticken zu müssen. 

8.) Schlafentzug
Ein lang andauernder Schlafentzug reduziert die psychische 
Widerstandskraft. Oft wird der Schlafentzung mit anderen Foltermethoden 
gekoppelt. Dazu gehören dann "Körperhaltungen, die Streß auslösen" und 
Überreizung durch z.B. extrem laute Musik

9.) Überreizung der Sinne
Wird z.B. laute Musik und/oder eine grelle Lampe über einen längeren 
Zeitraum eingesetzt, erfolgt Desorientierung und ein Abrücken von der 
Realität statt.  


SCHLUSS

In diesem Kapitel wurde beschrieben, wie Menschen (Quelle) auf Menschen 
(Befrager) treffen. Beide Seiten haben Motive, und diese sind oft 
unterschiedlich. Ziel des Befragers muß sein, eine gute Beziehung zur 
Quelle aufzubauen, in der dann Schwächen und Gefühle der Quelle genützt 
werden. Von höchstem Interesse ist es, die Kontrolle über die Quelle zu 
erringen. Dann können alle Asse ausgespielt werden. Um Effizient 
vorgehen zu können, ist die Einschätzung der Quelle notwendig. Dann 
kann der weitere Verlauf geplant werden, so die Auswahl der Fragen, der 
Taktiken und der Kontrollmaßnahmen. Am Schluß ist zu sagen, daß jede 
Art von Folter kontraproduktiv ist. 

 









    

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