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Begriffe und Theorie der Information


Begrifflichkeiten, Kategorien und Theorie der Informationsbeschaffung 
 
Der Begriff „Information"

In der Alltagssprache hat der Begriff der Information folgende synonyme Bedeutungen 
-Aufklärung 
-Äußerung
-Auskunft 
-Belehrung
-Daten
-Hinweis
-Kenntnis
-Meldung
-Mitteilung
-Nachricht 
-Unterrichtung

Die Begriffe Aufklärung, Meldung und Nachricht sind nun aus der militärischen und nachrichtendienstlichen 
Fachterminologie. Der Begriff Hinweis und Auskunft findet sich in der polizeilichen Fachliteratur. 

Im folgenden werden nun die grundlegenden Strukturelemente und Kategorien rund um den Begriff der 
Information dargelegt. Dabei wird die Informationsübertragung (insbesondere die Kommunikation) mit 
berücksichtigt. 

Bei der Information kann zunächst hinsichtlich der Materialität unterschieden werden in Signal und Zeichen. Das 
Signal ist die materielle Repräsentation der Information, so z.B. die Druckerschwärze auf dem Papier oder der 
binäre Stromimpuls in einem Computer. Das Zeichen ist die immaterielle Repräsentation, nämlich der Inhalt der 
Information. 

Das Signal kann weiter unterteilt werden in eine analoge und digitale Codierung. Codierungsformen eines 
Signals sind z.B. Buchstaben, dezimale Zahlen, mehrere Töne mit verschiedenen Tonhöhen, Morsecode usw. 

Signale und Zeichen werden durch einen Kommunikationskanal übertragen. Dieser hat eine beschränkte 
Kanalkapazität, d.h. die höchstmögliche Menge an Informationen pro Zeiteinheit, die durch den Kanal 
übertragen werden können, ist begrenzt . Wird durch den Kanal das ursprüngliche Signal fehlerhaft, spricht man 
von Störung (Rauschen). 

Der Kommunikationsprozeß hat einen Sender und einen Empfänger. Sind Menschen im Spiel, spricht man von 
Kommunikator und Rezipient. Man unterscheidet einseitige und zweiseitige Kommunikation. 
Informationsübermittlung kann aktiv(durch Nachfrage) oder passiv(durch Belieferung) erfolgen. Man spricht 
von Pull und Push. 

Im Militärwesen spricht man bei der einseitigen Kommunikation einerseits von Führungsweg, andererseits von 
Meldeweg. Eine Stelle zur Meldungsannahme ist der Meldekopf. 

Die Bedeutung einer Information entsteht durch den Interpretationsprozeß innerhalb von Kommunikator oder 
Rezepient.    


Wichtige Begriffe der Informationstheorie sind: 

-Informationsentropie ist der mittlere Informationsgehalt eines Symbols. 

-Redundanz, ist das das Auftreten von doppelten Informationseinheiten, oft genutzt zum Ausgleich von 
Übertragungsfehlern.

-Kleinste Informationseinheit ist das bit (binary digit). Es transportiert z.B. die Aussage Ja oder Nein, Strom 
oder Nicht-Strom, Null oder Eins usw. 

-Ungewißheit ist das Informationsgefälle, daß sich zwischen Sender und Empfänger befindet und den 
Kommunikationsprozeß auslöst und erst sinnvoll macht. 

-Das Informationsparadoxon wird beschrieben wie folgt: Eine Bewertung von Information setzt deren Kenntnis 
voraus. Bei Kenntnis der Information ist der Tranfer der Information abgeschlossen. Eine Information muss also 
dann nicht mehr erworben werden. (siehe: Stock, S. 38, aus Picot/Scheuble 1997 S. 16). Daraus folgt, daß 
Information meist ein Vertrauensgut ist, dessen Bewertung zur Beurteilung des Tauschwerts indirekt durch die 
Einstufung der Qualität und Quantität der Quelle erfolgt.




Die Informationshierarchie

Informationen können nun nach Komplexität und Bedeutung geordnet werden. Die Tabelle ist zusammengestellt 
aus der Literatur von Lux, S. 17ff,  

Zeichen                        
Daten
Information
Wissen                
Intelligenz           

Zeichen und Daten können maschinell verarbeitet werden. 

Leonard M. Fuld (Fuld, S. 24) setzt zwischen Information und Intelligenz nicht Wissen, sondern Analyse. In der 
Literatur wird manchmal die Information als komplexer beschrieben als das Wissen (Kuhlen, S. 34). Dies liegt 
daran, daß hier der Prozeßcharakter der sozialen Übermittlung hervorgehoben wird. Kuhlen spricht so von 
Information, die Wissen in Aktion darstellt. Handlungsrelevantes und zweckorientiertes Wissen ist also im 
Mittelpunkt der Betrachtung.  


Die Elemente setzt jeweils unterschiedliche Formen der menschlichen Unterscheidung voraus (Lux, S. 20):
Daten: Beobachten
Information: Erkennen
Wissen: Kennen und Können
Intelligenz: Reflexion und Lernen


Weitere Transformationen der einzelnen Elemente sind nach einer Grafik von Christian Lux und Thorsten Peske
(Lux, S. 18):

Zeichen/Signal zu Daten: Einführung einer Syntax,
Daten zu Info: Einführung einer Semantik, 
Info zu Wissen: Vernetzung und Pragmatik

Nach Meyer  (Meyer, S. 252) bedeutet Syntax  hier die Beziehung eines Zeichens zu einem anderen Zeichen, 
Semantik die Beziehung eines Zeichens zu dem, wofür es steht und Pragmatik bedeutet die Beziehung eines 
Zeichens zu seinem Benutzer.

Wissen unterscheidet sich von Information dadurch, daß Wissen soziales Handeln ermöglicht und damit einen 
sozialen Nutzen hat. Dies gilt im verstärkten Maße für die Intelligenz. 

Da eine Abgrenzung der verschiedenen Elemente der Informationshierarchie oft nicht möglich ist, da es sich um 
innere kognitive Prozesse des Menschen handelt, wird in diesem Werk nur dann eine Unterscheidung getroffen, 
wenn es wirklich aus inhaltlichen Gründen notwendig ist. Im folgenden gilt also, daß Information implizit Daten, 
Information, Wissen und Intelligenz bedeuten kann. 




Zyklus der Beschaffungsarbeit

Informationen werden in einem organisatorischen Prozeß (CI und militärische/nachrichtendienstliche 
Aufklärung) bearbeitet. Die dabei übliche Ablaufplanung (Lux, S. 76 und S. 161) teilt sich in folgende Schritte, 
die sich in einem immerwährenden Kreislauf anordnen: 

Planning and Direction (Planung und Führung)
Collection (Sammlung und Beschaffung)
Processing (?)
Analysis and Production (Verdichtung, Einordnung, Bewertung,  Analyse, Interpretation, Vergleich, Integration)
Dissemination. (Verteilung)

In anderer Literatur werden die Begriffe Processing und Production als gleichbedeutend gehandelt, wobei 
Processing der NATO, Produktion der USA zugeordnet wird (Walde, S. 32)

In der englischen Literatur wird dieser Kreislauf als Intelligence Cycle bezeichnet. Im deutschen militärischen 
Gebrauch hat sich der Ausdruck „Zyklus der Aufklärungsarbeit" eingebürgert. 

Im militärischen und nachrichtendienslichen deutschen Sprachgebrauch wird der Zyklus meist vereinfacht 
dargestellt, nämlich als Abfolge von Beschaffung, Auswertung und Verteilung. 

Zur Auswertung gehört dann nach Walde (Walde S. 32 ff):

-Informationsbewertung (Beurteilung von Zuverlässigkeit und Wahrheitsgehalt)
-Informationszerlegung (Analyse, Sortierung, Aufschlüsselung)
-Informationsauslegung (Interpretation, Integration in den Erkenntnisstand)

In dieser Aufzählung fehlen dann allerdings:

-texuelle Verdichtung / Zusammenfassungen
-statistische Verdichtung
-Übersetzungen
-Filterung
-Aggregation
-neue Informationen generieren
-graphisch-visuelle Aufbereitung


Unter dem Aspekt des Prozeßes der allgemeinen Informationsbearbeitung können folgende Schritte aufgezählt 
werden. Diese Prozeßschritte können auch als Wertschöpfungskette aufgefasst werden: 
Produktion
Aufbereitung
Verteilung
Vermittlung
Nutzung


Methoden der geistigen Informationsverarbeitung



Deduktion (Ableitung von Einzelaussagen aus einer generellen Aussage)
Induktion  (Konstruktion einer generellen Aussage aus Einzelaussagen)
Rekursion  (Rückbezüglichkeit, Selbstbezüglichkeit)
Erzeugung von Linearität (Bildung von Informationsketten)


Alltagskriterien der Information

Es sind hauptsächlich:

Zuverlässigkeit
Nützlichkeit
Handlungsrelevanz
Aktualität
Vollständigkeit
Kosten

Wissenschaftliche Kriterien von Information

Dies ist zum einen die Validität, mit der die Genaugikeit des Meßverfahrens beschrieben wird, andererseits die 
Realibilität, mit der beschrieben wird, ob das, was gemessen werden soll, auch gemessen wird. 


Die Informationsgesellschaft

Die meisten Industriestaaten haben eine Transformation von der Dienstleistungsgesellschaft zur 
Informationsgesellschaft durchlaufen. Oft spricht man auch von Wissensgesellschaft.

Grundlegende Kategorien und Ausprägungen sind:

Wirtschaftlich:  Information als Produktionsfaktor, Schwerpunkt Forschung und Entwickung
Technisch: Computerisierung
Sozial: Repräsentation der Person über verfügbare Information, nicht über Geburt oder Beruf
             Aktiver Rezipient, nicht passiver Konsument von Information
             Neue Grenzziehung von privatem und öffentlichem Raum
             Neue soziale Netzwerke über das Internet 
Globalisierung: grenzüberschreitende Kontakte
Entwicklungsdynamik: Innovation
Wissen: Bedeutung von Expertise, Informationsüberflutung
Bildung/Ausbildung der Person: Erziehung zur Mündigkeit, lebenslanges Lernen 
Arbeitsorganisation: dezentrale, kooperative und flexible Telearbeit
Raum: Überbrückung großer Distanzen
Freizeit: Surfen, Onlinespiele
Verwaltung und Recht: Bürgerinformation
Kultur: Weltgesellschaft, Kosmopolitismus
Militär: Eloka, C3I (Command, Control, Communikation, Computer and Intelligence)
ND: OSINT, Einsatz von Computern
Ökologisch: weniger Verbrauch von sog. Natürlichen Ressourcen 
Medien: interaktive Medien
Wissenschaft: Schwerpunkt auf Innovationen 


 
Beurteilung von Information

Folgende Kriterien (Stock, S. 31, aus: Augustin 1993, S. 28) gelten für die Einschätzung und Beurteilung von 
Informationen:

-Aktualität
-inhaltliche Wahrheit
-formale Relevanz
-verwendungsgerechte Form

Da Informationen oft Vertrauensgüter sind, spielt die Zuverlässigkeit der Quelle indirekt auch eine Rolle. 


Information als Wirtschaftsgut


Dr. Wolfgang G. Stock (Stock, S. 36 f) schreibt der Information folgende wirtschaftlich relevante Eigenschaften 
zu:

Informationsproduktion und -bearbeitung ist Arbeit
Informationen haben einen Nutzen, der Gebrauchswert schwankt allerdings je nach Konsument
Die Wertgroße läßt sich bei der Produktion ermitteln
Informationen haben je nach Verbreitungsgrad einen Tauschwert

Vergleich von Materie und Information

Information                              Materie
-immateriell                              -materiell
-leicht kopierbar                       -schwer kopierbar
-leicht transportierbar               -schwer transportierbar
-leicht zu speichern                   -schwer zu lagern
-schnelle Übertragung               -schwere Übertragung
-Ortsungebundenheit                 -Ortsgebundenheit
-Gemeingutcharakter                 -Eigenschaften von Eigentum und Besitz
-leichter Wertverlust über die Zeit         -Wertbeständigkeit über die Zeit
-leicht zu Negieren                     -schwer zu Negieren

Zusätzlich schreibt Lux (S. 21):

-Wertgewinn durch Teilung     -Wertverlust durch Teilung
-schwerer Datenschutz             -leichte Schutzmöglichkeit
-Wert subjektiv ermittelbar      -Wert objektiv ermittelbar
-Kosten schwer zu ermitteln       -Kosten leicht zu ermitteln
-schwere Bestandsbewertung   -leichte Bestandsbewertung
-Theorie- und Modelldefizit   -Theorien und Modelle verfügbar


.

Ordnung von Informationen


Informationen werden mit Hilfe von Klassifikationen (DIN 32705,2) und Thesauren (DIN 1463/1,2) geordnet . 
Klassifikationen verwenden ein von der natürlichen Sprache unabhängiges System von Klassen, deren 
Repräsentation die Notationen sind. Thesauri sind im Unterschied dazu Zusammenstellungen von Begriffen, die 
der natürlichen Sprache und deren Zusammenhänge entnommen sind (Stock, S. 59). 

Zwischen Begriffen können zur Bildung von Systemen Relationen aufgestellt werden. Es können folgende 
Relationen aufgestellt werden (Stock, S. 60 ff).

-Hierachierealationen: Begriffe werden zueinander durch Ober- und Unterbegriffe in Relation gesetzt
-Assoziationsrelationen: hier werden die Begriffe unabhängig von Hierarchierelationen in Beziehung zueinander 
gesetzt. 

Es können nach aufgezählt werden (Stock, S. 62, aus DIN 2331,3):

-Nachfolgerelation (Vorgänger-Nachfolger)
-Kausalrelation (Ursache-Wirkung)
-genetische Relation (Produzent-Produkt)
-Herstellungsrelation (Material-Produkt)
-Transmissionsrelation (Sender-Empfänger)
-instrumentelle Relation (Werkzeug-Anwendung des Werkzeugs)
-funktionelle Relation (Argument-Funktion)
-Ähnlichkeitsrelation 
-Antonymie-Relation (Gegensätze)


Übliche Ordnungskriterien sind:


-Quelle (Autor, Verlag)
-Titel
-Zeit der Erstellung

-Ressort
-Ort der Erstellung
-verwendete Sprache
-Datenformat (z.B. Powerpoint, PDF)


Wahrnehmung von Informationen

Nach Galtung /Ruge 1965 (siehe Noelle S. 331) gibt es folgende „Nachrichtenfaktoren", die von 
wahrnehmungspsychologischer Bedeutung sind:

-Frequenz (Entsprechung Nachrichtenproduktion zu Ereignis)
-Schwellenfaktor (absolute Intensität, Intensitätszunahme)
-Eindeutigkeit 
-Bedeutsamkeit (kulturelle Nähe/Betroffenheit, Relevanz)
-Konsonanz (Erwartung, Wünschbarkeit)
-Überraschung (Unvorhersehbarkeit, Seltenheit)
-Kontinuität (Vorheriges Auftreten in Veröffenlichungen)
-Variation 
-Bezug auf Elite-Nation
-Personalisierung
-Negativismus

Die Nachrichtenfaktoren zeigen, daß Informationen oft stark subjektiv gefärbt sind. So können sie in der Analyse 
dienlich sein, um schließlich Objektivität zu erreichen. Andererseits stellen sie wichtige Kriterien für die 
Erstellung von Probaganda da. 

Qualität von Informationen

Objektivität von Informationen

Objektivität wird definiert duch Realitätsbezogenenheit und/oder durch sozialen Konsens. 

Epistemologische Skala der Information


Rainer Kuhlen verwendet in seinem Werk „Informationsmarkt, Chancen und Risiken der Kommerzialisierung 
von Wissen" folgende Skala:

-Wahre Aussage
-Gesicherte Aussage
-empirisch evidente Aussage
-plausible Aussage
-Annahmen
-Vermutungen
-Meinungen
-falsche Aussagen

Aus der Liste folgt, daß der Begriff Information keine Aussage über den Wahrheitswert macht. 

Plausible Ausagen spielen im nachrichtendienstlichen Bereich eine besondere Rolle, da sie sich gut für die 
Tarnung und Täuschung eignen. Sie sind einerseits nicht offensichtlich genug, um einen Gegenbeweis zu führen, 
andererseits ist eine ausreichende Glaubwürdigkeit garantiert. 

Nach Kant gibt es die Unterscheidung in
Meinen 
Glauben
Wissen

Gründe für die Informationsvermittlung

Reiner Kuhlen  (Kuhlen, Rainer, S. 259) zählt auf:

-hoher Aufwand für direkten Kontakt zum Wissensproduzenten
-Wissensproduktion ist in ihrer Gesamtheit zu umfangreich
-Überblick über Publikations- und Verteilformen ist zu umfangreich
-Wissensressourcen benötigen schwer beherrschbare Technologien
-interdiszipliäres Arbeiten ist von Nöten
-Wissen ist für den Endbenutzer nicht in der richtigen Form vorhanden
-Aufwand, den Stand es Wissens zu verfolgen, ist zu hoch
-Endnutzer können Problem nicht gut genug spezifizieren
-Sprachbarrieren


Informationsbedarf

Bedarf ist ein mit Kaufkraft ausgestattetes Bedürfnis, da auf dem Markt als Nachfrage auftritt (Meyer, S. 116). 
Bedarf ist ein objektives Kriterium. Bedarf ist abhängig von (Kuhlen, S. 345):

-Angebot
-Relevanz
-Notwendigkeit
-Verfügbarkeit 

Informationsbedürfnis


Ein Bedürfnis ist die Empfindung eines Mangels, verbunden mit dem Wunsch ihn zu beheben (Meyer, S. 117). 
Bedürfnis ist ein subjektives Kriterium. Es kann unterschieden werden nach (frei nach: Noelle S. 164 f, aus: 
McQuail (1983,82 f. ):

Informationsbedürfnis
-Orientierung
-Ratsuche
-Neugier/Interesse
-Weiterbildung
-Streben nach Sicherheit
Bedürfnis nach persönlicher Identität
-Stärkung persönliche Werthaltung
-Suche nach Verhaltensmodellen
-Identifikation mit anderen
-Selbstfindung
Bedürfnis nach Integration und sozialer Interaktion
-soziale Empathie
-Zugehörigkeitgefühl
-Grundlage für Gespräch und Identifikation
-Hilfe bei der Annahme sozialer Rollen
-Kontakt zu Familie, Freunden und Gesellschaft finden

Unterhaltungsbedürfnis
-Wirklichkeitsflucht/Ablenkung von Problemen
-Entspannung
-kulturelle und ästhetische Erbauung
-Zeit füllen
-emotionale Entlastung
-sexuelle Stimulation

Die oben aufgezählten Unterscheidungen lassen sich nun systematisch für die Gesprächsaufklärung nutzen. Es 
sind relevante Gründe für die Aufnahme und Fortführung eines Gesprächs durch die Quelle. Weiterhin 
ermöglichen sie dem Gespächsaufklärer zu analysieren, ob und wie eine Gesprächslenkung von Nöten ist. 







Begrifflichkeiten, Kategorien und Theorie der Informationsbeschaffung


Grundsätzlich wird unterschieden in

-Sammlung
-Beschaffung.

Sammlung meint das routinierte Einsammeln von Informationen an schon vorher bekannten Orten. Sie erfolgt im 
Allgemeinen diskret. Beispiel ist die Nutzung von öffentlichen Bibliotheken und Archiven. 

Eine Ausnahme macht die Definition im Rahmen des bundesdeutschen Verfassungsschutzgesetzes, wo von 
Sammlung die Rede ist, aber auch die Beschaffung gemeint ist. 

Beschaffung meint die mit hohem Aufwand und oft auch mit Risiko verbundener Transfer von Informationen. 
Sie erfolgt im Allgemeinen diskret und konspirativ.  Beispiele für eine Beschaffung mit hohem Aufwand und 
keinem Risiko ist die Satellitenaufklärung, Beispiel einer Beschaffung mit hohem Aufwand und hohem Risiko 
ist der Einsatz von Agenten im Ausland. 

In diesem Werk ist oft von Beschaffung die Rede, da gemeinhin die Sammlung von Informationen in dem 
Begriff mit eingeschlossen ist. 

Faktoren der Informationsbeschaffung im gesellschaftlichen Kontext


Fuld (Fuld, S. 31 f) unterscheidet fünf Faktoren von Intelligence, die Umweltfaktoren einer Firma darstellen und 
Wirkung auf die Informationsbeschaffung  haben. 

Es sind:
-Regionalität
-Dynamik
-Regulation
-Konzentration
-Integration.


Regionalität bedeutet die räumliche Nähe zwischen Quelle und Beschaffer. Je größer der Abstand, desto 
schwieriger ist die Informationsbeschaffung. Dynamik bedeutet die Aktivität der Quelle. Je aktiver die Quelle, 
desto einfacher die Informationsbeschaffung. Regulation bedeutet das Vorhandensein von Vorschriften 
hauptsächlich staatlicherseits. Je mehr Regulation besteht, desto einfacher ist die Informationsbeschaffung. 
Konzentration bedeutet die Dichte der Quelle in der Gesellschaft. Je höher die Konzentration, desto einfacher ist 
die Informationsbeschaffung. Integration bedeutet eine starke Verknüpfung zwischen Quelle und ihren 
benachbarten Einheiten. Je höher die Integration, desto schwieriger ist die Informationsbeschaffung (Fuld, S. 31 
f).

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